Tarifvertrag genossenschaftsbanken dbv

Bezogen auf den Tarifvertrag des Sektors verzeichnen etwa zwei Drittel (16) der 23 Länder, für die entsprechende Daten vorliegen, hohe Deckungsquoten von 80 % oder mehr. Elf von ihnen verzeichnen außerordentlich hohe Raten von mehr als 95 %. Am anderen Ende der Skala befinden sich mindestens zwei Länder (Bulgarien und das Vereinigte Königreich) mit eher niedrigen Tarifquoten von etwa 25 % oder weniger. Schätzungen zufolge sind die Deckungsquoten auch in zwei baltischen Ländern, nämlich Estland und Litauen, niedrig; In diesen beiden Fällen liegen jedoch keine Daten vor. Eine dritte Gruppe von Ländern verzeichnet sektorbezogene Tarifverhandlungen von mittlerem bis mittlerem Niveau, wobei die Tariferstattungsquote bei etwa 30 % (wie im Falle Polens) bis zu fast 80 % (wie in Deutschland der Fall sein könnte) liegt. Aus diesen Feststellungen laust sich ab, dass in deutlich mehr als der Hälfte der 26 untersuchten Länder die Strukturen der Arbeitsbeziehungen des Sektors gut etabliert sind. Eine genauere Betrachtung der verschiedenen Länder zeigt, dass die Tarifversicherungsquoten in der “alten” EU15 (mit der bemerkenswerten Ausnahme Irlands und des Vereinigten Königreichs) tendenziell (relativ) hoch sind, während die sektoralen Verhandlungsstandards von einem der Beitrittsländer 2004/7 bis zum anderen sehr unterschiedlich sind. In Bulgarien, Ungarn und Polen werden sektorbezogene Verhandlungen nur selten durchgeführt, obwohl es in allen diesen Ländern sektorbezogene repräsentative Sozialpartnerorganisationen auf beiden Seiten der Industrie gibt (siehe Tabellen 7 und 9). Im Gegensatz dazu decken tarifliche Vereinbarungen einen Großteil des Sektors in Malta und (fast) den gesamten Sektor in Zypern, der Tschechischen Republik, Rumänien, der Slowakei und Slowenien ab. In Bezug auf das EACB und die ESBG haben diese Organisationen 10 bzw. sechs Länder unter ihrem Dach durch Verbandsmitglieder aus diesen Ländern.

Das EACB umfasst somit Länder wie Österreich, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Polen, Portugal und Spanien, während die Verbandsmitglieder der ESBG in Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zu finden sind. Die beiden arbeitgeberfreundlichen Arbeitgeberorganisationen auf europäischer Ebene haben jedoch nicht nur nationale Verbände, sondern auch einzelne Unternehmen als Mitglieder. Unter Berücksichtigung der Mitglieder des EACB und des ESBG, die auch Mitglieder mit einem Unternehmen sind, liegt der Erfassungsbereich von EACB und ESBG in beiden Fällen bei 20 aus der EU-27. Das EACB und die ESBG zählen insgesamt 25 bzw. 22 Verbands- und Unternehmensmitglieder in den Mitgliedstaaten. Nur bei Verbandsmitgliedern gibt es mehrere Mitgliedschaften im EACB in Österreich, Frankreich und Italien, für die ESBG gibt es jedoch keine. Unter Berücksichtigung der sektoralen Mitgliedsdaten der branchennahen Arbeitgeberorganisationen sowie ihrer Beteiligung an Tarifverhandlungen als Indikatoren für ihre Bedeutung (siehe Tabelle 9) ist nicht klar, ob die wichtigsten Verbände angeschlossen sind. Beide Organisationen auf europäischer Ebene scheinen nicht die größten nationalen Verbände zu organisieren (gemessen an den vertretenen Unternehmen und Arbeitnehmern), und die Mehrheit der Mitgliedsorganisationen ist nur im Falle des EACB an sektorbezogenen Tarifverhandlungen beteiligt. Kurzarbeit ist eine Form staatlicher Beihilfen, die es Arbeitgebern ermöglichen, Arbeitnehmer während eines wirtschaftlichen Abschwungs auf kürzere Arbeitszeiten umzustellen, um sie auf der Gehaltsliste zu halten. Es wurde von der Industrie, einschließlich der deutschen Automobilbranche, weit verbreitet, aber nicht von Banken. Die Bereiche der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände und der Umfang der einschlägigen Tarifverträge dürften von dieser genauen NACE-Abgrenzung abweichen.